Maurice Béjart war einer der wichtigsten Theatermacher des Zwanzigsten Jahrhunderts. Die Bezeichnung Choreograph wäre fast zu wenig, denn sein kreativer Ansatz war eher, ein thematisch basiertes spectacle total mit den Mitteln des Tanzes zu schaffen. Das ist auch im ikonischen „Ballet for Life“ nachvollziehbar, das Béjart 1996 als Hommage an den Queen-Frontman Freddy Mercury sowie den Company-Tänzer und Lebenspartner Jorge Donn schuf, die beide knapp hintereinander an AIDS verstorben waren. Das formidable Béjart Ballet Lausanne gastierte damit in der Wiener Stadthalle und beschenkte das Publikum mit einer großartigen und berührenden Performance.
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2019 brachte Manuel Legris in seinem letzten Jahr als Chef der Wiener Staatsballetts Balanchines “Jewels” zur Premiere (tanz.at berichtete) und löste damit Begeisterungsstürme aus. Nun hat Alessandra Ferrari in ihrer ersten Spielzeit den Dreiteiler wieder aufgenommen. Die Aufführung wurde mit einem wohl anerkennenden, aber kurzen Applaus quittiert. Was führt wohl zu dieser bemerkenswerte Verschiebung im Ökosystem des Wiener Staatsballetts und seinem Publikum?
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Das klassische Ballett-Training scheint schon so manche Performerinnen traumatisiert zu haben. Nach Florentina Holzingers Abrechnung mit den bösen Barre-Exercises in großem Stil hat nun ein sogenanntes „brut-All Star“-Ensemble um Marta Navaridas den „Feuervogel“ von Michel Fokine/Igor Strawinsky zur schon inflationären Selbstermächtigung umgedeutet: „Once upon a Time in the Flames: Our Firebird Ballet“. 2024 beim Steirischen Herbst uraufgeführt, ist es nun im brut zu sehen.
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Der Zehenbär liebt zählen sehr, und so zählt er, der Zehenbär, seine eigenen Zehen, die in bunten Socken stecken, er zählt seine Finger an den Händen, er zählt die Menschen im Publikum und er zählt die vielen bunten Blumen auf der Wiese. Er genießt die volle Natur, er liebt den See, die kleinen und die großen Wellen und die Fische, die darin weich dahingleiten. Mit dem Auerochsen wandert er über die Wiesen, den Schwan bewundert er in seiner Eleganz. Bis ein Segelschiff auftaucht auf dem See, das den Menschen mitbringt.
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Angeregtes Geplauder, aufgeregtes Gewusel vor Beginn der ausverkauften 5. Ausgabe dieses Abends der freien zeitgenössischen Tanz- und Performanceszene von Tanz Graz. Dessen Das primäres Ziel, „die Interessen der Künstler:innen im zeitgenössischen Tanz- und Performancebereich zu vertreten und die Szene in der Steiermark zu stärken sowie die Aufmerksamkeit für diese Kunstform zu vergrößern“, scheint erreicht.
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Ein literarisches Werk dieser Größenordnung auf die Bühne zu bringen ist eine Herausforderung. Es als ‚Gesamtwerk‘ in Tanz umzusetzen eine weitere, eine sehr mutige. Die in Chile geborene Estefania Miranda, eine im Genre des Tanzes überaus erfahrene und breit aufgestellte Künstlerin (Solotänzerin, Choreografin, Tanz-Kuratorin, Direktorin, Schauspielerin auf großen, internationalen Bühnen), kann es sich zumuten.
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Das Tanzstück "Viva la Vida. A Tribute to Frida Kahlo" des Choreographen Enrique Gasa Valga stellt sich einer gewaltigen Aufgabe: das vielschichtige, von Schmerz und Leidenschaft geprägte Leben der ikonischen Malerin Frida Kahlo in Bewegung zu übersetzen. Dank ausgezeichneter Musiker, allen voran die Sängerin Greta Marcolongo, und einem engagierten Tänzerensemble gelingt es dem Choreografen die emotionale Komplexität der Künstlerin einzufangen.